Kurzbiographie   

2007: 1. PREISTRÄGERIN DES RENATE HOLM- UND EMMERICH KÁLMÁN PREISES.
2008: AUSGEZEICHNET MIT DER GOTTLOB-FRICK-EHRENMEDAILLE.

Die Sopranistin Lisa Tjalve wurde 1974 in Kopenhagen geboren. Ihre Begabung für den Gesang wurde früh von dem dänischen Dirigenten Tage Mortensen entdeckt. Schon in den Jahren 1985-91 sang sie unter seiner Leitung als Solistin in zahlreichen Konzerten, Fernsehübertragungen und CD-Produktionen mit den Orchestern des dänischen Rundfunks. Danach studierte sie an der Hochschule für Musik Köln bei den Professoren Kms. Hans Sotin und Klesie Kelly-Moog und schloss ihr Gesangsstudium im Jahr 2000 mit Auszeichnung ab. Sie besuchte Meisterkurse bei Ingrid Bjoner, Tom Krause, Diane Montague und Edda Moser. Nachfolgend waren die Belcanto-Spezialisten Felix Rolke und Neil Semer sowie Brigitta Seidler-Winkler wichtig für ihre weitere technische und musikalische Entwicklung. 2003 folgte ihr öffentliches Konzertexamen am Königlich Dänischen Musikkonservatorium in Kopenhagen bei Prof. Kirsten Buhl-Møller. Die dänische Zeitung Politiken schrieb am nächsten Tag von einer ”bemerkenswerten Präsenz, erbebenden feinen Nuancen, brillanten Koloraturen mit lyrisch-dramatischem Potential”.

In ersten Engagements sang Lisa Tjalve am Stadttheater Pforzheim, am Teatro Vipiteno/Sterzing und am Hebbel Theater in Berlin mit der Zeitgenössischen Oper Berlin. Sie fing zunächst mit Rollen aus der Barockzeit an wie Calisto in La Calisto von Cavalli und Iphise in Dardanus von Rameau, eine Oper die beim „1. Kölner Rameaufestival“ unter der Leitung von Marcus Creed aufgeführt wurde. Auch als Maria in West Side Story war sie zu hören. Danach folgte die Uraufführung von Sphärenmusik von Markus Stockhausen in einer Zusammenarbeit mit dem Neuen Rheinischen Kammerorchester Köln, die auf CD live aufgenommen wurde. Mit demselben Orchester wurde auch Die Schöpfung auf CD eingespielt.

Von 2001 bis 2003 war sie festes Ensemblemitglied des Theaters Lübeck. Dort sang sie u. a. Rollen wie die Rosina in Der Barbier von Sevilla, die Despina in Cosi fan tutte, die Lauretta in Gianni Schicchi und die Sophie in Der Rosenkavalier. Über ihr Debüt als Sophie schrieben die Kieler Nachrichten von “Sternstunden mit Sopran”. In Operettenrollen war sie als Valencienne in Die Lustige Witwe und als Lisa in Gräfin Mariza zu hören. Zu ihrem Lübecker Repertoire gehörten auch die exponierten Koloraturrollen wie Agnes in Die Schule der Frauen von Rolf Liebermann und Zémire in Zémire und Azor/Die Schöne und das Tier von A. E. M. Grétry. Die Frankfurter Allgemeine (Jürgen Kesting, der bekannte deutsche Kritiker) schrieb, dass sie ”Zémire mit blitzsauberen Koloraturen und feinen dynamischen Nuancen ebenso gerecht wurde wie der Anmut der Erscheinung einer wirklichen Belle”. Im August 2003 verlieβ die Sängerin ihre Anstellung als festes Ensemblemitglied des Theaters Lübeck auf eigenen Wunsch, aber sie blieb dem Theater weiterhin als Gast verbunden. So war sie im Herbst 2003 in ihrer Glanzrolle als Sophie erneut dort zu hören.

Als Freelance-Sängerin konzertierte sie als Solistin mit Lieblingswerken wie Carmina Burana von Orff und Stabat Mater von Pergolesi und sang in Operetten- und Opernaufführungen in der Philharmonie Köln, der Beethovenhalle Bonn, der Crown Hall Jerusalem, der Musik- und Kongresshalle Lübeck, dem Konzertsaal des dänischen Rundfunks und auf der Bühne der Salzburger Osterfestspiele. Hier begegnete sie Dirigenten wie Claudio Abbado, Helmuth Froschauer, Konrad Junghänel, Roman Brogli-Sacher und Uri Segal sowie den Regisseuren Peter Stein, Michael Hampe und Anthony Pilavachy und arbeitete u. a. mit den Berliner Philharmonikern, dem Orchester der Komischen Oper Berlin, The Jerusalem Symphony Orchestra, dem WDR-Symphonie Orchester, den Lübecker Philharmonikern und den Orchestern des dänischen Rundfunks zusammen.

2005 sang Lisa Tjalve an der „Fynske Oper“ in Dänemark die Hauptrolle der wahnsinnigen Cecil in der Oper Hosekræmmeren von Svend S. Schulz, basierend auf dem Text des berühmten dänischen Schriftstellers Steen Steensen Blicher. Der bekannte Opernsänger Ulrich Cold schrieb in der dänischen Zeitung Børsen von einer Sängerin auf „himmelhoch künstlerischem Niveau”, die ”Stimme, Aussehen, Technik und Spielfreude in groβem Stil” besitzt. Danach folgte die Rolle der Calisto in der „wiederentdeckten“ Oper Giove in Argo von Händel an der Markgräflichen Oper in Bayreuth im Rahmen des Festivals Bayreuther Barock 2006. Giove in Argo erschien anschlieβend in einer Ersteinspielung auf CD  unter dem Label Cantate Musicaphon Records mit dem Kölner Orchester „Concert Royal“. In der Spielzeit 2006/2007 gastierte die Sängerin an der Komischen Oper Berlin in der Titelpartie der Oper Pinocchio von Pierangelo Valtinoni.

Lisa Tjalve hat bereits mehr als 20 verschiedene Rollen auf der Bühne gesungen, meist war sie in Hauptrollen zu hören. Sie ist eine vielseitige Künstlerin, die sich sowohl im lyrischen Sopranfach bewegt als auch in lyrisch-dramatischen Koloratursopranrollen. Lisa Tjalve liebt es, sich mit komplizierten Opernfiguren auseinanderzusetzen und legt besonders Wert darauf, dass Gesang und Schauspiel auf der Bühne eine Einheit bilden. Im April 2007 erschien ihr Solo CD Album Lisa Tjalve, Lyric & Coloratura Arias Live, with Piano bei Bross-Art & Danacord Records . Auch hier hört man ihre warme ausdrucksstarke Stimme.

2007 erhielt die Sopranistin beim "Internationalen Paul-Lincke Gesangswettbewerb“, der in Verbindung mit den "Elblandfestspielen Wittenberge" stattfand, für hervorragende künstlerische Leistungen den ersten Preis im Fach Operette, den "Renate Holm-Operetten-Preis". Die Schirmherrschaft der Festspiele haben S.K.H. Dr. Friedrich Wilhelm Prinz von Preußen, Ministerpräsident Matthias Platzeck und die berühmte Kammersängerin Renate Holm. Im Rahmen eines Gala-Konzerts der Festspiele erhielt sie außerdem den „Emmerich Kálmán-Preis“. Die Preisüberreichung wurde im Deutschen RBB Fernsehen übertragen. Lisa Tjalve wurde auβerdem, aus 205 Sängern,  Semi-Finalistin im internationalen Opern-Gesangswettbewerb „D´Art Lyrique“ 2007, der in Verbindung steht mit dem Strasbourg Festival mit Barbara Hendricks als Juryvorsitzender.

2008 ist die Sängerin in Dänemark mit Musik Dramatisk Teater als Musette in La Boheme zu hören. Für den Herbst hat Frau Kms. Renate Holm Lisa Tjalve zu einer gemeinsamen Konzertreihe eingeladen, zusammen mit den Heilbronner Symphonikern, gefördert von der Gottlob-Frick-Gesellschaft. www.Gottlob-Frick-Gesellschaft.de. Ende des Jahres ist Lisa Tjalve erneut von der Alten Oper in Erfurt eingeladen, die festlichen Galakonzerte der Spielzeit zu singen.

Seite drucken